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Religion erleben statt nur darüber sprechen – Aktionstage „Religion in der Stadt – Besondere Orte entdecken“, 16.-18.06.2026

Wie fühlt es sich in einem Gurdwara an? Warum ist der Boden einer Moschee oft so flauschig? Was erzählen Kirchenfenster, Synagogen oder buddhistische Tempel über den Glauben der Menschen, die dort zusammenkommen? Antworten auf solche Fragen lassen sich am besten dort finden, wo Religion gelebt wird – mitten in der Stadt.

Mit den ersten Aktionstagen „Religion in der Stadt – Besondere Orte entdecken“ vom 16. bis 18. Juni 2026 wurde genau das möglich. Drei Tage lang verwandelte sich Berlin in einen großen Lernort: Schulklassen besuchten religiöse Gemeinschaften, kamen mit engagierten Menschen ins Gespräch und entdeckten die religiöse Vielfalt der Stadt aus nächster Nähe.

Berlin gilt als mehrheitlich säkular und zugleich als eine der religiös vielfältigsten Metropolen Europas. Gerade deshalb sind Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Religionen ein wichtiger Baustein für demokratisches Lernen, gegenseitigen Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Aktionstage, die als Pilotprojekt des Metropolen-Projektes, das gemeinsam mit dem Initiativkreis „Dialog der Religionen für Kinder und Jugendliche“ konzipiert wurden, wollten genau diese Begegnungen ermöglichen – offen, neugierig und auf Augenhöhe.

Das Interesse war groß: Rund 50 Schulgruppen meldeten sich an. Für 27 Klassen konnten passende Exkursionen vermittelt werden. Insgesamt nahmen etwa 700 Schüler:innen an den Angeboten teil. 25 Religionsgemeinschaften und interreligiöse Einrichtungen beteiligten sich an dem Projekt, 18 Exkursionsangebote konnten vermittelt werden. Die Bandbreite reichte von Kirchen, Moscheen und Synagogen über buddhistische Tempel und hinduistische Zentren bis hin zu einem Sikh-Tempel, der Bahá’í-Gemeinde, der Alevitischen Gemeinde und dem House of One.

Was die Exkursionen besonders machte, war nicht allein der Besuch eines besonderen Ortes. Es waren die Begegnungen. Die Schülerinnen und Schüler konnten heilige Schriften aus nächster Nähe betrachten, Räume in ihrem eigenen Tempo erkunden, Fragen stellen, religiöse Gegenstände anfassen und erleben, wie unterschiedlich Menschen ihren Glauben leben. Statt Frontalvorträgen standen Austausch, gemeinsames Entdecken und eigenes Erleben im Mittelpunkt.

Die Rückmeldungen zeigen, wie gut dieses Konzept aufgegangen ist. Viele Lehrkräfte berichteten von einer offenen Atmosphäre, in der Kinder und Jugendliche neugierig fragen konnten und ihre eigenen Erfahrungen ernst genommen wurden. Die Exkursionsleitungen verstanden es, auch komplexe religiöse Inhalte verständlich und anschaulich zu vermitteln. Geschichten, Gegenstände, gemeinsames Erkunden der Räume und viele interaktive Elemente machten Religion erfahrbar. Besonders geschätzt wurde, dass unterschiedliche Perspektiven einbezogen wurden und auch kritische Fragen ihren Platz hatten. So entstanden Gespräche, die Vorurteile abbauten, Verständnis förderten und den Blick auf religiöse Vielfalt erweiterten, nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern, sondern ebenso bei den begleitenden Lehrkräften.

Viele der beteiligten Gemeinden öffneten ihre Türen mit großer Herzlichkeit. Manche luden die Klassen im Anschluss noch zu einem gemeinsamen Imbiss ein, andere ermöglichten intensive Gespräche mit Gemeindemitgliedern oder gaben Einblicke in ihren religiösen Alltag. Immer wieder wurde deutlich: Persönliche Begegnungen schaffen Zugänge, die im Klassenzimmer kaum entstehen können.

Den Aktionstagen gingen viele Monate intensiver Vorbereitung voraus. Gemeinsam mit Vertreter:innen verschiedener Religionsgemeinschaften wurden Leitlinien für die Zusammenarbeit entwickelt, Exkursionskonzepte abgestimmt und ein religionsübergreifendes Qualifizierungsprogramm zur erfahrungsbezogenen Religionspädagogik durchgeführt. Dieses gemeinsame Engagement bildete die Grundlage dafür, dass die Begegnungen vor Ort fachlich fundiert, pädagogisch durchdacht und dialogorientiert gestaltet werden konnten.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Religionsgemeinschaften und interreligiösen Einrichtungen, die ihre Türen geöffnet und ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Gastfreundschaft eingebracht haben. Unser Dank gilt ebenso den Lehrkräften und Schulklassen, die sich auf diese Entdeckungsreise eingelassen haben und den Dialog mit Offenheit und Neugier mitgestaltet haben.

Besonderer Dank gilt der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SenKultGZ), deren Förderung die Entwicklung und Durchführung dieses Pilotprojekts ermöglicht hat. Gemeinsam mit dem Berliner Forum der Religionen wurde ein neues Format geschaffen, das Schulen und Religionsgemeinschaften miteinander verbindet und Kindern und Jugendlichen authentische Begegnungen mit religiöser Vielfalt eröffnet.

Die große Resonanz auf die Aktionstage macht Mut. Sie zeigt, wie wertvoll außerschulische Lernorte für die Auseinandersetzung mit Religion, Kultur und gesellschaftlicher Vielfalt sind und dass Begegnungen die beste Grundlage dafür schaffen, voneinander zu lernen. Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung!

An den Aktionstagen beteiligt waren:

Fernöstliche Religionen: ISKCON, Schule für Raja Yoga Meditation (Brahma Kumaris), Fo Guang Shan Tempel, Raum für spirituelle Wege e. V., Soka Gakkai in Deutschland sowie der Gurudwara Sri Guru Singh Sabha e. V.

Jüdische Gemeinden: Synagoge Rykestraße, Kahal Adass Jisroel und die Jüdische Gemeinde Chabad Berlin.

Christliche Einrichtungen: Dominikanerkloster St. Paulus, Sankt-Hedwigs-Kathedrale, Kloster Karmel Regina Martyrum, Katholische Akademie Berlin, St. Marien Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Baptistenkirche Wedding, Friedenskirche Charlottenburg sowie St. George’s Anglican Church.

Islamische Einrichtungen: Khadija Moschee, Neuköllner Begegnungsstätte, Berliner Moschee und Deutsche Islam Akademie.

Weitere Partner waren das House of One, die Bahá’í-Gemeinde und die Alevitische Gemeinde.